Die Geschichte der Fischbachsmühle bei Lauenstein.

Die Fischbachsmühle liegt an der Loquitz, nahe der Einmündung des namensgebenden Fischbaches. Das Anwesen gehört zur Gemarkung Lauenstein. Die Gründung der Fischbachsmühle fällt in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Mühlenanwesen ist nach 1656 entstanden. Im sogenannten „Erb- und Salbuch“ vom Jahre 1656 (dem ältesten erhaltenen Grundbuch des Amtes Lauenstein) ist die Mühle noch nicht aufgeführt.
1685
wird ein Caspar Müller, Müller zu Lauenstein genannt. Möglicherweise war die Fischbachsmühle ursprünglich eine Schneidmühle. In einer Lauensteiner Amtsbeschreibung von 1697 wird unter Lauenstein eine Schneidmühle aufgeführt. Da die anderen Schneid- und Mahlmühlen auf Lauensteiner Flur unter „Neuhüttendorf“ verzeichnet sind, kann es sich nur um die Fischbachsmühle handeln.
1738
besaß Johann Georg Müller – Fischbachsmüller – eine Öl- und Mahlmühle, jede mit einem Gang und daran hängender Stallung, Scheune und Hofrait.
1741
In der Untertanenliste wird die Witwe eines Hannß Georg Müllers im Fischbach genannt.
1808
beschreibt der Administrator des Landgerichts Lauenstein – Haunold - die Fischbachsmühle mit je einem oberschlächtigen Öl- und Mahlgang als „unbedeutend“.
1832
In einer Lauensteiner Landgerichtsbeschreibung wird die Fischbachsmühle als „Mahl- und Schneidmühle mit 6 Einwohnern und 1 Familie“ beschrieben.
1857
Im neu angelegten Grundstücks-Kataster des Königreichs Bayern ist das Anwesen beschrieben: „Wohnhaus mit Stall, Mahl- und Ölmühle, Stadel, Nebenhäuschen und Hofraum“.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird das Mühlenanwesen ausgebaut.
1901
Im Grundbuch ist aufgeführt: Wohnhaus mit Mahlmühle zu vier Gängen, Stall, Stadel, Keller, Nebenhäuschen mit Backofen, Wagenremise und Hofraum.
1905/06
wurde ein neues Wohnhaus erbaut.
1909
Bau eines neuen, modernen Wehres in der Loquitz mit Mühlgraben.

In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg modernisiert man die Mühle und baut sie zur einer sogenannten „Kunstmühle“ aus.
1914
Bau eines neuen Mühlengebäudes und eines Lagerschuppens. Einbau von Turbinen zur Selbsterzeugung und Nutzung von elektrischer Energie. Möglicherweise wurde die Fischbachsmühle schon 1909/1910 an die Elektrizitätsversorgung des Überlandwerkes Probstzella (Franz Itting Werke) angeschlossen. Itting baute 1909 eine Hochspannungsleitung von Probstzella über den Falkenstein nach Steinbach an der Haide.
1921
Bau des großen Silospeichers.
1922
Neubau eines Wohn- und Wirtschaftsgebäudes, Wagenremise und Autoschuppens an der Loquitz.
1923
Bau eines „Benzinhauses“ und eines Transformatorenhauses.
1924
Anbau eines Büro- und Wohngebäudes an das Mühlen- und Silogebäude.
1926
Ersatz des hölzernen Mühlgerinnes (Fluder) durch ein Betonbauwerk.
 
Damit war der Ausbau des Betriebes im Wesentlichen abgeschlossen.
Die Fischbachsmühle hatte sich zu einer der modernsten Mühlen der Region entwickelt.
 
Die Mühle war zu dieser Zeit fast 250 Jahre im Besitz der Familie Müller.
 
Infolge der Weltwirtschaftskrise 1929 geriet der Betrieb in wirtschaftliche Schwierigkeiten und ging schließlich in Konkurs.
 
1932
ersteigerte die „Bezirksgemeinde Kronach – Bezirkssparkasse Teuschnitz, Hauptstelle Ludwigsstadt das Anwesen.
1934
kaufte der Brauerei- und Hotelbesitzer Karl Schreider vom Falkenstein (das Nachbaranwesen) die Fischbachsmühle. Schreider setzte den Mühlenbetrieb fort.
1958
wurde der Mahlbetrieb in der Fischbachsmühle aufgegeben und der Betrieb geschlossen.
Seit 1964/65
werden im ehemaligen Mühlen- und Silogebäude der Fischbachsmühle Pralinen in Handarbeit gefertigt. Die Gewerbeanmeldung „Pralinenboy -Pralinenfabrikation wurde zum 1. Januar 1965 eingetragen.
1989
Umwandlung der Firma "Pralinenboy" in Lauenstein Confiserie, Lothar Feddrich & Dr. Kaub GmbH
1992
Umwandlung der Gesellschaft in Lauenstein Confiserie GmbH. Diese nunmehr seit über 40 Jahren produzierten Pralinenspezialitäten, sind heute unter dem Namen „Lauensteiner Pralinen“ weltbekannt.
2008
Neueröffnung -  Fischbachsmühle

Nach umfangreichen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen ist es soweit: die Pforten der Fischbachsmühle öffnen sich neu. Alles ist schöner, größer und noch viel schokoladiger.

Ein Paradies für Schleckermäuler bietet der Werksverkauf mit seiner längsten Pralinentheke Oberfrankens; das Café sowie die Gläserne Manufaktur.